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Grenzgänger

Wild Goth & Bad Boy Alpha

Band 1
638/732 Seiten (je nach Zeilenabstand)

Genre: Gay Contemporary - Coming of Age

Es gibt Bücher, die begleiten ihren Autor über Jahre und Jahrzehnte. Der frühere „Alpharüde“ ist offenbar ein solches Buch, das zwar autobiographisch in seiner Gesamtkonzeption ist, aber es ist ein auf wahren Geschehnissen aufgebauter Roman, keine Dokumentation. Das muss uns immer bewusst sein.

Nach einer grundlegenden Überarbeitung liegt uns die Romanreihe jetzt unter dem Gesamttitel „Grenzgänger“ vor, der durch seinen Perspektivwechsel und durch größere Einheitlichkeit gegenüber den alten Ausgaben besticht. Kein Satz blieb, wie er war. Auch ist das Volumen auf runde 700 Seiten gewachsen, somit enthält es 25% mehr Stoff. Darunter ist eine wunderschöne Episode, die es bislang nur als Bonus-Material gab; bisher Unerklärtes ist erklärt worden, Hintergrundschilderungen sind dazugekommen. Es hat dem Buch gutgetan, dass der Protagonist selber spricht, es erhöht nebst durchgehender Neubewertung das Gefühl des Authentischen und ist schonungslos für den Erzähler und atemberaubend für den Leser, denn wir werden Zeuge von Verhältnissen und Situationen, die hohe Brisanz besitzen und darum bewusst im Zwielicht zwischen Fiktion und Dokumentation gehalten werden.

Was ist denn nun wirklich passiert und was nicht? Der Autor spielt mit dem Leser so ein bisschen Katz und Maus. Das ist für einige Leser ebenso spannend wie die geschilderten Ereignisse. Und die haben es weißgott in sich. Allein im ersten Band der "Grenzgänger" ist unser Held krassen Situationen ausgesetzt, und für viele von uns würde schon eine reichen, dass man lange dran zu knabbern hätte. Wie überlebt man das, was da geschildert ist? Kommen einem da Zweifel, ob das wirklich passiert ist? Möglich, aber im Genre Fantasy schlucken wir Einhörner, Teufel und Meerjungfrauen, während wir hier nach Widersprüchen fahnden und Zweifel anmelden. Dort sind es willkürliche Setzungen, die wir so hinnehmen, wie sie uns vorgesetzt werden. Warum wird man hier zum Detektiv? Es gibt schließlich Gründe für die Verflechtung von Dichtung und Wahrheit. Es ergibt sich ja auch aus dem Geschehen, dass Orte und Namen verschleiert werden müssen. Das sagt der Autor ganz klar. Respektieren wir das einfach mal und richten den Blick auf den Kern der Sache, auf das, was uns diese aufregende Geschichte auch mitteilt, ohne dass es herausgestrichen wird. Es ist ein Roman eines Protagonisten, für den der Sieg über das Böse niemals darin bestehen kann, sich die Methoden oder gar das Denken des Bösen zueigen zu machen, um mit gleichen Mitteln zurückzuschlagen. Das, was er gelitten hat, würde schon Gründe hergeben für Verbitterung und Hass auf die ganze Welt. Aber das ist nicht das Fazit. Sondern was dieser Romanreihe innewohnt, ist eine ethische Entschlossenheit.

Der buddhistische Philosoph Shantideva, Indien, 8. Jh. n. u. Z., sagt: „Wie einer, der mit gesammelter Aufmerksamkeit einen randvollen Krug Öl durch eine Armee von Bewaffneten trägt“, so soll der Übende zum Wohl der anderen nach Konzentration und Wachheit streben. Und eine solche Haltung scheint mir hinter der Handlungsweise des Protagonisten zu stecken. Er geht Risiken für die Liebe ein, handelt bisweilen unüberlegt, aber nie berechnend, zwar aus Begierde, aber nie rücksichtslos, sondern im Gegenteil, er verliert vielleicht sein eigenes Wohl aus den Augen, aber nicht das der anderen.

Das ist für mich das Bemerkenswerteste. Dies ist ein Abenteuerroman, in dem Misshandlungen und körperlicher Schaden zwar Zorn und Abneigung, aber nicht etwa Rachegelüste nach sich ziehen, so nah das liegen könnte. Vielmehr umfasst der Spannungsbogen der drei Romane die Geschichte von Wandlungen, von Zähmung der Bestie, vom Sieg des Guten. Worin das besteht — habe ich schon zuviel verraten? Ich hoffe nicht, sondern gerade genug, dass ihr neugierig auf diese ungewöhnliche Trilogie geworden seid.

Grenzgänger. Seid Abenteurer der Seele und tragt den Krug eurer Liebe, Freundlichkeit und Wahrhaftigkeit unbeschadet durch die Gemetzel der Welt!

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