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Alptraumprinz

Unberechenbares Monster...

... unvorhersehbare Geschichte
19. Oktober 2018
5,0 von 5 Sternen

Akiras Personen folgen in ihrem Aussehen und Charakter immer wieder dem Muster der Selbst- und Partnerdarstellung, das ist kein Geheimnis. Er macht sich selbst und seine "fast 2 Meter große Muse mit stahlblauen Augen" zu Akteuren, die durch bestimmte Accessoires gekennzeichnet werden. Ein amüsantes Ratespiel des "who is who" wird auf diese Weise vielfach variiert.
In "Alptraumprinz" macht er es uns ein wenig schwerer, denn hier ist der Blonde der Kleine, dazu durch eine Brille und durch den Intellekt verfeinert zum Wissenschaftler, dem nichtsdestoweniger Skrupel fehlen, wie ja auch Dystopien oft mit Verrohung der Menschen einhergehen.
Ich zögere, die obligaten 5 Sterne zu vergeben, tendiere innerlich dann wieder partiell zu 6 Sternen. Warum ist das so? Und kann ich mich hier wirklich von meiner Abneigung gegen Dystopien frei machen? Denn das müsste ich, um einem Teil der Werke von Akira gerecht zu werden. Wenn auch das Motiv des gezähmten Monsters schon verschiedene Varianten in der darstellenden Kunst erfahren hat, so ist dieses besonders schrecklich und besonders unberechenbar; und die eklatanten Mängel in der Humanität der hier geschilderten Welt machen es noch weniger vorhersehbar, wie beide Seiten, die menschliche und die monströse, sich verhalten werden, wenn sie aufeinandertreffen. Einerseits finde ich die Gruselschockereffekte ungewohnt, normalerweise lese ich dergleichen nicht. Andererseits trifft der erotische Anteil (und habe ich jetzt gespoilert, dass es einen solchen gibt?) wieder mal so auf den Punkt, dass ein Glockenzeichen ertönt. Und schließlich kommt noch eine weitere Dimension hinzu. Kann man das Ungeheuer als Metapher für das Phänomen Trieb lesen? Oder übertreibe ich da meine Interpretation? Wenn ich das richtig verstehe, haben wir hier eine grandiose Darstellung, wie sich der Mensch mit seiner animalischen Natur auseinandersetzt. Das Ringen, das Versagen, das Austricksen, das Bestechen, das Opfern... ich sage nicht, welche Resultate es gibt, welche Kräfte in dem Kampf siegen werden, da liegt ein weites Schlachtfeld der menschlichen Natur vor uns, auf dem alles passieren kann. Und das ist das wirklich Spannende an diesem mit teils verstörenden Illustrationen aufgelockerten Buch, der Grund, warum man es dann eben doch mit einer gewissen Genugtuung bis zum Ende liest.

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Akiras Homepage Es ist sehr hilfreich für den Autor, wenn ihr direkt über ihn bestellt -- und in jedem Bücherpaket sind noch ein paar Goodies!